Der Fußballclub Como 1907 verwandelt sich von einem bankrotten italienischen Viertligisten in eine globale Lifestyle-Marke, die Profisport, Tourismus und Luxus miteinander verbindet. Zum Vorbild hat sich der Provinzverein dabei niemand Geringeres genommen als den Content- und Entertainment-Giganten Disney. Was können Marken außerhalb des Sports daraus lernen? Und ist das „Modell Como“ die Blaupause für den Proficlub der Zukunft oder doch nur ein flüchtiger Hype um einen langfristig limitierten Wachstums-Case?
Normalerweise sind die Storys über Como gespickt mit blumigen Beschreibungen von der „betörenden Idylle“ und der „malerischen Kulisse“ über die Bergwelt rund um den „Lago di Como“, wie der 146 Quadratkilometer große Comer See im Norden Italiens nahe der Schweizer Grenze in der Landessprache heißt. Bekannt aus Filmproduktionen von Star Wars und James Bond, als Urlaubsdomizil geschätzt bei Prominenten wie George Clooney, Brad Pitt und Julia Roberts.
Doch der von Reiseführern ausnahmslos als solcher betitelte „Sehnsuchtsort“ ist seit wenigen Jahren um eine völlig andere Facette reicher: investorengetriebenes Fußball-Business. Und zwar eins, das es in vergleichbarer Form noch nie gab.
Ein indonesisches Brüderpaar kauft einen klammen italienischen Fußballclub und krempelt ihn komplett auf links. Kann das klappen?
Hollywood in der Provinz: "Großes Kino im kleinen Stadion"
Die Geschichte beginnt im Jahr 2019, als das indonesische Brüderpaar Michael Bambang und Robert Budi Hartono den chronisch klammen und zu dem Zeitpunkt bereits mehrfach bankrotten Viertligisten Como 1907 übernimmt. Kaufpreis: Eine im Profifußball lächerlich klein wirkende Summe von weniger als 500.000 Euro, die für die Hartono-Brüder wie Kleingeld wirken dürfte: Im „Forbes“-Ranking 2024 der wohlhabendsten Menschen der Welt rangieren die beiden mit Vermögen von jeweils über 20 Milliarden US-Dollar in den Top100.
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