Den Auftakt setzte Philipp Ostsieker mit einer klaren Botschaft: jetzt anfangen. Weniger Analyse, mehr Alltag. KI dort einsetzen, wo sie heute spürbar entlastet – auch wenn nicht alles perfekt ist. Dieser Ton prägte die beiden Tage: weg vom Schaulaufen, hin zur Wirkung. In den strategischen Diskussionen wurde zudem klar: KI ist weniger ein Technologie- als ein Organisationsprojekt.
„Es ist Zeit jetzt anzufangen – nicht erst in 3 Monaten“
Der zweite AI Sports Summit im Jahr 2025 – dieses Mal eingebettet in die SPORT MARKE MEDIEN Plattform in München – zeigte unmissverständlich: Der Sport ist über die Experimentierphase hinaus. Statt „Ob“ ging es um das „Wie“ der Umsetzung und die Frage, wie KI dauerhaft in Strukturen, Rollen und Prozesse eingebettet wird. Die Grundstimmung: pragmatisch, lösungsorientiert, umsetzungsstark.
Pragmatismus gewinnt: Prioritäten und schnelle Integration
Wie das geht, zeigten Linus Lebugle (VfL Wolfsburg), Marc Siekmann (FC Schalke 04) und Thomas Ehemann (FC Bayern München): klare Prioritäten, niedrige Einstiegshürden, schnelle Integration. Thomas Ehemann machte dabei deutlich, warum KI-Projekte scheitern – selten an der Technologie, häufig an fehlender Governance, unklaren Prozessen und mangelnden Kompetenzen. Kurzum: Organisation schlägt Tool.
von links nach rechts: Linus Lebugle (Vfl Wolfsburg), Marc Siekmann (Schalke 04), Thomas Ehemann (FC Bayern München) und Philipp Ostsieker (Transform Sports) sprachen im Panel "Von Pilotprojekten zum Gameplan – Wie Clubs KI strategisch verankern." über Prioritäten in der internen KI-Implementierung
Cases Demos: Produktivität, Tempo, Skalierung
Die Case Sessions lieferten an beiden Event-Tagen den Praxistest. Anna Hoenika (Eintracht Frankfurt) und Claudio Demmer (VfL Wolfsburg) demonstrierten, wie Fachabteilungen ohne Entwicklerteams produktiv werden – mit eigenen Custom GPTs, die konkrete Aufgaben übernehmen. In Wolfsburg laufen inzwischen über 60 spezialisierte GPTs. Frank Leibmann (Handball-Bundesliga) zeigte mit der „Content Engine“, wie Highlight-Clips und Spielzusammenfassungen automatisiert entstehen – skalierbar, schnell, konsistent. Die Case Demos von Malte Kalsbach (TSV Bayer 04 Leverkusen), Nadine Benecke (VfL Osnabrück), Morten Pohl (DOSB) und Matthias Bitzl (FC Augsburg) zeigten ergänzend, wie KI bereits heute Arbeitsprozesse vereinfacht, beschleunigt und skaliert – von Content-Produktion bis zu internen Workflows.
Digitalisierung ist 20 % Tech und 80 % People
In den strategischen Diskussionen wurde zudem klar: KI ist weniger ein Technologie- als ein Organisationsprojekt. Timm Jäger (EintrachtTech) verwies auf die zentrale Rolle von Datenqualität, die das Fundament für alle weiteren strategischen Schritte ist. Sven von Polheim (1. FC Köln) brachte es prägnant auf den Punkt: Digitalisierung ist 20 % Tech und 80 % People. Am zweiten Tag rückte zudem die Rolle des Top-Managements in den Mittelpunkt. Michael Meeske (VfL Wolfsburg), Sven von Polheim (1. FC Köln) und Matthias Tillmann (Schalke 04) betonten den wachsenden Wettbewerbsdruck – und dass KI strategisch von oben getragen werden muss. KI wurde als Enabler für Effizienz, Wachstum und bessere Entscheidungen verortet; Vorsprünge entstehen besonders im Scouting, in der Vermarktung und in internen Abläufen.
Fazit: 2025 markiert den Übergang von Tests zu echten Produkten
Entscheidend ist nicht das eine Tool, sondern das Zusammenspiel aus Haltung, Daten und Prozessen. Wer KI strategisch denkt und operativ verankert, schafft messbaren Mehrwert. Oder, wie Jan Pommer (DSV) sagte: „Das Wichtigste an der Sonntagsrede ist der Montag.“
Wir blicken voller Vorfreude auf ein spannendes Jahr 2025 mit weiteren Diskussionen und inspirierenden Entwicklungen, die die Möglichkeiten von KI im Sportbusiness weiter ausloten!



